Predigt aktuell

Eph. 5,8-14
8 Lebt als Kinder des Lichts;
9 die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.
10 Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist,
11 und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf.
12 Denn was von ihnen heimlich getan wird, davon auch nur zu reden ist schändlich.
13 Das alles aber wird offenbar, wenn's vom Licht aufgedeckt wird;
14 denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum heißt es: Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.
Liebe Gemeinde
Ihr seid das Licht der Welt - sagt Jesus in seiner Bergpredigt seinen Jüngern. Und Paulus ergänzt in seinem Brief: Also lebt auch so! Ich höre daraus: 1. Gott traut uns unendlich viel zu, nämlich Licht zu sein, Licht von dem die Welt um uns abhängig ist. Ohne Licht kein Leben, keine Sicherheit, kein Wohlfühlen. Und zum 2. Wir sind noch weit entfernt diesem Zutrauen Gottes gerecht zu werden. Die Wirklichkeit von Kirche ist alles andere als Licht, Missbrauchsfälle ebenso wie Betrug und Vorteilnahme werden immer wieder aufgedeckt und wird es wohl immer geben, denn wir sind eben alle nur Menschen mit Fehlern und Heimlichkeiten. Trotzdem sehnen sich die Menschen nach dem Licht und erwarten von uns als Christen den lebensnotwendigen Impuls. Und wenn Gott uns sogar zutraut, dass wir Licht der Welt sein können, dann ist es auch möglich! Und dann ist das unser Ziel und dann wollen wir da hin kommen. Und es geht tatsächlich, wenn wir das Licht Christi bei uns anzünden, scheinen lassen. In dem Moment sind nämlich nicht mehr wir mit unseren Fehlern und Unvollkommenheiten das Licht der Welt, sondern Gott durch uns. Wie beim Strom, der unsichtbar bleibt, bis eine Lampe angeschlossen wird. Lasst uns die Lampe Gottes in dieser Welt sein, dazu fordert uns der Predigttext auf..
Ich habe einmal gehört von einem "Dinner in the dark" - Essen im Dunkeln, das von Blinden für Sehende angeboten wird. Durch einen angedunkelten Gang betritt man einen völlig dunklen Saal, wo man mit anderen an einem Tisch geführt wird und dort sein Essen bekommt. Es ist völlig dunkel. Wer ist mit mir am Tisch, wer sitzt wo, wo ist mein Teller, das Besteck, das Glas. Wie kommt die cola aus der Flasche, die ich endlich gefunden habe - in das Glas, ohne dabei zu kleckern? Was liegt wo vor mir auf dem Teller, was esse ich überhaupt. Die Sinne sind geschärft, ich fühle, rieche und höre und trotzdem bleibt ein beklemmendes Gefühl und ich erfahre wie sehr ich abhängig bin vom Licht, vom Sehen. Und dann ist da das befreiende Gelächter wenn man wieder draußen ist, wenn wir sehen können wer mit uns drinnen gewesen ist, was wir gegessen haben und wir sind glücklich, dass wir sehen können und dass es Licht gibt.
Ihr seid das Licht der Welt, nun lebt auch danach und lasst euer Licht leuchten vor den Leuten! Immer wieder betont die Bibel das nur wir Christen vom wahren Licht wissen, ja dass wir es selber sogar sind. Und die Bibel weiß von unserer Abhängigkeit vom Licht. Ohne Licht kein Leben. Ohne unser Sonnenlicht wäre überhaupt kein Leben auf dieser Erde möglich, wir wären ein schwarzes Loch im Nichts. Und ohne das Licht Gottes, seine Liebe die durch uns scheinen will, ist im übertragenen Sinn kein Leben auf unserer Erde möglich. Kein Mensch kann wirklich leben ohne Wärme, Zärtlichkeit und Liebe. Mir fallen da Menschen ein, die in unserem Dorf leben, manchmal schon etwas vergesslich, manchmal vom Schicksal gebeutelt, manche schon sehr alt, manche vom Pflegedienst abhängig und wenn ich dann zu einem Besuch komme, höre ich, dass sich diese oder jene Nachbarin gekümmert hat, eine Blume vorbei gebracht hat, dass jemand von den Kindern da gewesen ist. All diese Besuche bringen Wärme und Licht in das Leben der alten Menschen. Und da ist es egal, ob sie im Pflegeheim wohnen, oder bei den Kindern oder noch allein. Wir sind davon abhängig, dass andere Menschen uns Licht und Wärme entgegenbringen.
Und solche Lichtträger für die Welt sind wir Christen. Wir haben das Wissen um das Licht, das diese Welt braucht. Ja, wir sind selber Licht, weil Gott uns mit seiner Liebe entzündet hat. Darum sollen wir unser Licht auch nicht unter einen Scheffel stellen, das heißt verdecken, sondern sollen es auf einen Leuchter stellen, damit alle Menschen das Licht sehen und sich drüber freuen.
Gottes Liebe ist wie das Licht der Sonne für unser Leben. In unserer Taufe hat Gott selbst sein Licht in uns entzündet. Wir müssen es nun in unserem Leben selbst zum Leuchten bringen. Paulus hat Recht, wenn er sagt, wir sind oft wie Schlafende, oder sogar noch stärker wie Verstorbene: Wer das Wissen um Gottes Liebe vergisst, versteckt, nicht nutzt, nicht selber lebt, der ist wie jemand der über seine Lampe einen Pappkarton packt und sie dann anschaltet. Ich möchte fast sagen, hat selber Schuld. Das trifft es aber nicht ganz, denn es geht um ja auch um andere Menschen, um diese ganze Welt und unsere Verantwortung für sie. Das heißt, wenn wir unsere Aufgabe verschlafen, kann Gott nicht das Leben in diese Welt bringen.
Es ist wie beim Essen im Dunkeln. Die Teilnehmer tasten wie blind auf dem Tisch herum, stolpern, stochern, pöllern, wissen nichts, versuchen durch lautes Reden ihre Unsicherheiten zu überspielen -. Alle sind aber erst glücklich wenn jemand das Licht wieder anmacht.
Darum lasst uns den Karton wegnehmen, versteckt euren Glauben nicht, zeigt euer Wissen um Gottes Liebe und auch wenn ihr nichts davon glaubt zu wissen, macht euer Herz für die Licht Gottes in euch auf. Gott ist da und wird euer Leben Licht und Hell machen.
Amen