Indien

Seit 1999 besteht eine enge Partnerschaft der Kirchengemeinde Lindholm zur UCIM - der United Christian Interrior Ministries - dem sozialen Zweig der Südindischen Nethanja Church.
Bereits 1996 besuchte ich mit einer Delegation zum ersten Mal Indien, und zwar in Zusammenarbeit mit dem NMZ (dem Nordelbischen Missionszentrum als Folgeorganisation der Breklumer Mission). Im Krankenhaus Nowrangpur der Jeypurkirche Orissas war unser Besuch und unser Hilfe beim Aufbau einer kleinen Farm zur Versorgung des Krankenhauses mit Frischmilch willkommen. Mit Unterstützung der Universität Göttingen gelang die Umsetzung des Plans.
Leider wurden wir nach erfolgreicher Umsetzung von einem geplanten zweiten Besuch durch die örtlich Verantwortlichen ausgeladen, da aber bereits die Tickets bezahlt und die Visa für Indien ausgestellt waren, suchte ich einen anderen Partner den wir besuchen konnten.
Durch einen Hamburger Unterstützerverein wurden wir auf ein Projekt der UCIM zur Unterbringung von Straßenkindern aufmerksam und nahmen Kontakt auf.
Bischof Dr. K.R. Singh freute sich über unser Interesse und lud mein Team ein ihn zu besuchen. So kam es 1999 zu einem ersten Kontakt. Wir waren beeindruckt von der Tatkraft und den bereits verwirklichten Ideen von Bischof Singh und auch theologisch stellte sich sehr schnell eine gleiche Wellenlänge und Vertrauen ein. Unsere Idee auch hier mit einer kleinen Farm zur besseren Versorgung des Kinderheimes beizutragen stieß zunächst auf wohlwollendes Unverständnis nach dem Motto: Lass die man machen, Hauptsache wir haben zusätzliche Kontakte und damit potentielle Geldgeber.

Einer der Helfer die die Milchfarm betreuen. Zur Zeit leben dort 18 Wasserbüffelkühe und zwei Jersey Kühe mit ihren Kälbern. Die Bullkälber werden verkauft während die Kühe auf der Farm bleiben. Die Milch wird entweder direkt an das Kinderheim geliefert, zu Yoghurt verarbeitet oder an einen festen Kundenstamm verkauft. Die fettreiche Milch der Wasserbüffel wird mit der mageren dafür in größerer Menge vorhandenen Milch der Jersey gemischt, um so die optimale Zufriedenheit der Kunden zu gewährleisten und trotzdem genügen Milch zu produzieren.

Inzwischen gibt es eine kleine Milchfarm, die genug Milch für das Zentrum produziert, ja es kann sogar verkauft werden, so dass nicht nur Geld gespart wird, die gesundheitliche Situation verbessert wurde, sondern heute auch drei Familien durch die Farm ihr Aus und Einkommen haben und außerdem noch Geld durch den Verkauf der zusätzlichen Milch in die Arbeit fließen kann. Damit ist das Projekt abgeschlossen und trägt sich heute mit Gewinn selbst.
Ein weiteres Projekt konnte inzwischen erfolgreich abgeschlossen werden: Die Einrichtung eines kleinen Hähnchenmasthofes. Auch hier sind es drei Familien die die inzwischen 6000 Küken bis zur Schlachtreife versorgen. Da in Indien viel Hähnchenfleisch gegessen wird, ist der Absatz garantiert und für die unabhängigere Arbeit der UCIM ein weiteres Standbein geschaffen.

Einer der sechs Rundhütten in denen die Hähnchen aufwachsen.
Nach jeder Belegung werden sie Ställe gesäubert, die oberste Schicht entfernt und mit neuer Erde aufgefüllt, damit keine Bakterien und Keime auf die nächste Gruppe übertragen werden kann.

So hat sich im Laufe der zehn Jahre ein tiefes Vertrauensverhältnis entwickelt, das von der gegenseitigen Information und dem Wissen umeinander getragen ist. Ideen werden entwickelt und ausgetauscht. Die Verwirklichung versucht und eben auch tatsächlich abgeschlossen. Natürlich geht es nicht bei allen Projekten, dass sie am Ende auch Geld erwirtschaften. Ich freue mich aber, dass Ideen umgesetzt werden und dann auch abgeschlossen sind ohne ständig neue Folgekosten mit sich zu bringen.
Wie zum Beispiel die Errichtung eines Heimes für Witwen und alte Menschen, die sonst kein Zuhause mehr haben. Frauen sind in Indien minus, kosten nur Geld und oft Menschen zweiter Klasse. Aber wenn eine Frau ihren Mann verloren hat, dann hat sie auch ihre Existenzberechtigung verloren, wird von der Familie ausgestoßen und darf nicht mehr mit im Haus wohnen. Witwen sind in Indien angehalten einen weißen Sari zu tragen, damit man sie rechtzeitig erkennen kann um ihnen aus zu weichen, denn sie bringen Unglück. Durch den Austausch von unseren Ideen und Vorstellungen dazu konnte Bischof Singh so ein Altersheim auf dem Gelände aus Spendengeldern errichten.

Eine der Witwen in einem Dorf bei der Herstellung von Ditten (Kuhdung mit Stroh vermischt für die offene Feuerstelle als Brennmaterial)

Im Augenblick liegt unser Schwerpunkt auf dem Aufbau eines Kinderheimes für Aidswaisen. Das ist natürlich eine Aufgabe die auch in Zukunft immer wieder nur Geld kosten wird. Da gibt es kein Geld mit zu verdienen, wohl aber das wunderbare Gefühl Kindern eine Zukunft geben zu können, die sie sonst nie haben könnten. 30 Euro im Monat für Unterkunft, Verpflegung, med. Versorgung, Schul- und Ausbildung eines jungen Menschen der durch die Krankheit Aids alles verloren hat, was einem Menschen Sicherheit und Zukunft geben kann. Das ist doch für uns nicht zuviel! Eine Spendenbescheinigung gibt es auch noch! Was hält die davon ab zu helfen?

Natürlich gibt es auch immer mal wieder tagesaktuelle Probleme und Aktionen wo geholfen werden muss, so wie zum Beispiel nach dem Tsunamie oder zur Unterstützung der christlichen Flüchtlinge aus dem benachbarten Staat Orissa, die vor der Gewalt der radikalen Hindus geflohen sind.

Am wichtigsten aber sind die regelmäßigen gegenseitigen Besuche durch die wir voneinander lernen und unsere Beziehung immer intensiver wird.
Auf den folgenden Seiten mögen ein paar Bilder einen kleinen Eindruck unserer Partnerschaft geben.

Ich will mich bemühen diese immer mal wieder zu erneuern.

Bilder der UCIM

Besuch in Indien

Besuch bei uns